Goldlegierungen
Wie viel ein Schmuckstück beim Goldankauf wert ist, hängt entscheidend von der Legierung ab – also davon, wie viel reines Gold tatsächlich enthalten ist. Dieser Ratgeber erklärt alle gängigen Feingehalte von 333 bis 999 Feingold, den Unterschied zwischen Karat und Feingehalt, die Bedeutung der Punzen und worauf es bei Goldbarren ankommt. So können Sie den Goldwert Ihrer Stücke selbst besser einordnen.
Was ist eine Goldlegierung?
Reines Gold ist sehr weich. Für Schmuck, der täglich getragen wird, wäre es zu empfindlich. Deshalb wird Gold mit anderen Metallen wie Silber, Kupfer, Zink oder Palladium zu einer Legierung verbunden. Diese Beimischung macht das Material härter, formstabiler und bestimmt zugleich seine Farbe.
- Reines Gold (Feingold):999 fein, also 99,9 % Gold – weich und vor allem für Barren und Münzen gebräuchlich.
- Schmucklegierung: Gold gemischt mit anderen Metallen – härter, alltagstauglich und in unterschiedlichen Farben erhältlich.
Karat oder Feingehalt – wo ist der Unterschied?
Beide Angaben beschreiben denselben Sachverhalt auf zwei Arten:
- Feingehalt:der Goldanteil in Tausendteilen. „585“ bedeutet 585 von 1000 Teilen sind Gold – also 58,5 %.
- Karat (kt):der Goldanteil in 24 Teilen. 24 Karat entsprechen reinem Gold, 18 Karat sind 18/24 Gold – also 750.
Nicht zu verwechseln ist Karat (kt, Feingehalt bei Gold) mit Carat (ct, Gewichtseinheit bei Diamanten).
Die gängigen Feingehalte im Detail
333 Gold (8 Karat)
Mit 33,3 % Goldanteil ist 333 die niedrigste in Deutschland gebräuchliche Goldlegierung. Sie ist preiswert und hart, läuft aber durch den hohen Fremdmetallanteil eher an. Häufig bei einfachem Modeschmuck, Ketten und älteren Stücken. Der Materialwert liegt entsprechend niedriger als bei höheren Feingehalten.
375 Gold (9 Karat)
375er Gold enthält 37,5 % Gold. In Deutschland weniger verbreitet, in Großbritannien dagegen ein Klassiker. Robust und günstig, farblich etwas blasser als höhere Legierungen – typisch für preisbewussten Schmuck.
417 Gold (10 Karat)
417 entspricht 41,7 % Goldanteil (10 Karat) und ist vor allem im US-amerikanischen Raum verbreitet. Die Legierung ist sehr hart und kratzfest, weshalb sie sich für strapazierfähigen Alltagsschmuck eignet.
585 Gold (14 Karat)
Mit 58,5 % Gold ist 585er eine der beliebtesten Legierungen überhaupt. Sie verbindet einen ansprechenden Goldwert mit hoher Haltbarkeit und behält ihre Farbe gut. Ein sehr großer Teil des Trauring- und Markenschmucks besteht aus 585er Gold.
750 Gold (18 Karat)
750er Gold besteht zu 75 % aus reinem Gold und ist der Standard für hochwertigen und luxuriösen Schmuck. Die Farbe ist satt und warm, der Materialwert deutlich höher als bei 585. Viele bekannte Juweliere und Goldschmiede arbeiten bevorzugt mit dieser Legierung.
833 Gold (20 Karat)
833er Gold (83,3 %) ist im heutigen deutschen Handel selten. Man findet es vor allem bei älterem Schmuck sowie in Teilen Südeuropas. Der hohe Goldanteil macht es weicher und wertvoller als die verbreiteten Legierungen.
875 Gold (21 Karat)
Mit 87,5 % Goldanteil ist 875er vor allem im Nahen Osten und in Osteuropa gebräuchlich. Die Legierung besitzt einen kräftigen, warmen Goldton und einen entsprechend hohen Materialwert.
900 Gold
900er Gold (90 %) wurde historisch häufig für Münzen verwendet, das sogenannte „Münzgold“. Bei Schmuck ist es seltener anzutreffen, der Goldwert ist jedoch hoch.
916 Gold (22 Karat)
916er Gold (91,6 %) gilt in vielen Ländern Asiens als traditionelle Schmuckqualität und kommt auch bei Anlagemünzen zum Einsatz. Es ist weich und leuchtend gelb – ein Ausdruck von Wertigkeit, aber empfindlicher gegen Kratzer.
965 Gold
965er Gold (96,5 %) ist vor allem in Thailand verbreitet („Thai-Gold“). Es liegt nahe am reinen Feingold, ist entsprechend weich und wird für traditionellen Schmuck genutzt.
986 Gold
986er Gold (98,6 %), auch „Dukatengold“ genannt, wurde historisch für Dukaten und feinen Schmuck verwendet. Es liegt sehr nah am reinen Gold und ist heute selten.
999 Feingold (24 Karat)
999er ist reines Gold (99,9 %) – auch Feingold genannt. Es ist sehr weich und deshalb für Alltagsschmuck kaum geeignet. Seine Domäne ist das Anlagegold: Barren und Münzen werden in dieser Reinheit hergestellt.
Punzen – der Stempel im Schmuck
Die meisten Schmuckstücke tragen eine kleine Prägung, die Punze. Sie gibt den Feingehalt an, etwa „585“ oder „750“, oft ergänzt um ein Herstellerzeichen.
- Wo sie sitzt: bei Ringen innen an der Schiene, bei Ketten und Armbändern am Verschluss, bei Ohrringen am Stecker oder Bügel.
- Warum sie wichtig ist: Sie ist ein erster Hinweis auf den Feingehalt – aber kein Beweis. Punzen können fehlen, abgenutzt oder falsch sein.
- Unsere Prüfung: Deshalb bestimmen wir den Feingehalt zerstörungsfrei mit einem XRF-Analysegerät und verlassen uns nicht allein auf den Stempel. Mehr dazu unter Beachtung beim Goldankauf.
Gelbgold, Weißgold & Rotgold
Die Farbe eines Schmuckstücks entsteht durch die beigemischten Metalle, nicht durch die Höhe des Goldanteils:
- Gelbgold: klassische Mischung mit Silber und Kupfer.
- Weißgold: mit Palladium oder Nickel legiert, häufig rhodiniert für einen hellen Glanz.
- Rotgold: höherer Kupferanteil sorgt für den warmen, rötlichen Ton.
Für den Materialwert ist allein der Feingehalt entscheidend, nicht die Farbe: 585er Weißgold und 585er Gelbgold sind im Goldwert gleich.
Feingehalte im Vergleich
| Feingehalt | Karat | Goldanteil | Typische Verwendung | Haltbarkeit | Relativer Wert |
|---|---|---|---|---|---|
| 333 | 8 kt | 33,3 % | Einfacher Schmuck, ältere Ketten | Sehr hart | Niedrig |
| 375 | 9 kt | 37,5 % | Preisbewusster Schmuck (v. a. UK) | Sehr hart | Niedrig |
| 417 | 10 kt | 41,7 % | Alltagsschmuck (v. a. USA) | Sehr hart | Niedrig |
| 585 | 14 kt | 58,5 % | Trauringe, Markenschmuck | Hoch | Mittel |
| 750 | 18 kt | 75,0 % | Hochwertiger Schmuck | Gut | Hoch |
| 833 | 20 kt | 83,3 % | Älterer Schmuck, Südeuropa | Mittel | Hoch |
| 875 | 21 kt | 87,5 % | Schmuck (Naher Osten, Osteuropa) | Mittel | Hoch |
| 900 | ~21,6 kt | 90,0 % | Münzgold, seltener Schmuck | Mittel | Sehr hoch |
| 916 | 22 kt | 91,6 % | Traditioneller Schmuck, Münzen | Weich | Sehr hoch |
| 965 | ~23 kt | 96,5 % | Thai-Schmuck | Sehr weich | Sehr hoch |
| 986 | ~23,7 kt | 98,6 % | Dukaten, historischer Schmuck | Sehr weich | Sehr hoch |
| 999 | 24 kt | 99,9 % | Barren, Anlagemünzen | Sehr weich | Höchster |
999 Goldbarren & Anlagegold
Was ist Anlagegold?
Als Anlagegold bezeichnet man Gold in Barren- oder Münzform, das dem Werterhalt dient und nicht als Schmuck getragen wird. Damit es international handelbar ist, wird es in höchster Reinheit gefertigt – Goldbarren haben in der Regel einen Feingehalt von 999,9 (Feingold). Anlagegold ist in vielen Ländern von der Mehrwertsteuer befreit.
Gängige Barrengrößen
Barren gibt es in vielen Abstufungen – vom kleinen Geschenkbarren bis zum Kilobarren:
- 1 g, 2 g, 5 g, 10 g, 20 g
- 1 oz (31,1 g), 50 g, 100 g
- 250 g, 500 g, 1 kg
Kleinere Barren haben je Gramm einen etwas höheren Aufschlag, größere Barren liegen näher am reinen Goldpreis.
Prägungen auf dem Barren
Ein seriöser Barren trägt mehrere Angaben, die seine Echtheit belegen:
- Hersteller/Prägeanstalt:z. B. eine anerkannte Scheideanstalt.
- Seriennummer: zur eindeutigen Zuordnung, meist mit passendem Zertifikat.
- Gewicht:etwa „100 g“.
- Feingehalt: in der Regel „999,9“.
- Zertifikat: oft in die Verpackung (Blister) eingeschweißt.
Goldbarren verkaufen
Beim Verkauf von Goldbarren zählen vor allem vier Punkte:
- Bewertung: Sie richtet sich nach Gewicht, Feingehalt und dem tagesaktuellen Goldpreis.
- Zustand: Ein Barren in Originalverpackung mit Zertifikat lässt sich einfacher und oft zu besseren Konditionen ankaufen.
- Echtheit: Wir prüfen jeden Barren sorgfältig – auch Barren werden bei uns kontrolliert und gewogen.
- Marktpreis: Die aktuellen Notierungen sehen Sie auf der Preisseite.
So berechnet sich der Goldwert
Aus Feingehalt, Gewicht und Tagespreis ergibt sich der Materialwert nach einem einfachen Prinzip:
Gewicht (g) × Feingehalt × Goldpreis je Gramm = Materialwert
Wie das Gewicht genau ermittelt wird und was mit Steinen und Fremdmaterial geschieht, erfahren Sie unter Gewichtsermittlung. Den Wert Ihrer Stücke können Sie jederzeit mit unserem Rechner abschätzen.
Häufige Fragen zu Goldlegierungen
Welche Goldlegierung ist am wertvollsten?
Je höher der Feingehalt, desto höher der Goldanteil und damit der Materialwert. 999er Feingold enthält am meisten Gold, 333er am wenigsten. Für den Ankaufspreis zählt aber immer die Kombination aus Feingehalt und Gewicht.
Ist Weißgold weniger wert als Gelbgold?
Nein. Bei gleichem Feingehalt sind Weißgold, Gelbgold und Rotgold im Materialwert identisch. Die Farbe entsteht nur durch die beigemischten Metalle.
Mein Schmuck hat keine Punze – ist er trotzdem etwas wert?
Ja. Eine fehlende oder unklare Punze bedeutet nicht, dass kein Gold enthalten ist. Wir bestimmen den Feingehalt zerstörungsfrei per XRF-Analyse und bewerten Ihr Stück auf dieser Grundlage.